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Willkommen

Unübersehbar: Regierungen und Parteien, die sich außerhalb der Wurzeln und des Erbes Europas stellen. Außerhalb der Aufklärung, außerhalb der Demokratie, außerhalb der Freiheits- und Menschenrechte.

Unübersehbar: In Berufung auf ein christliches Europa wird der Islam als Feind des Christentums, als Quelle allen Übels dargestellt. Er wird missbraucht. In Berufung auf ein christliches Europa wird das Christentum missbraucht, wird die christliche Glaubens- weil Lebenspraxis verraten.

Unübersehbar: Die Freiheits- und Menschenrechte werden zunehmend national und nationalistisch limitiert und damit negiert, sie werden den einen Menschen zu- und den anderen Menschen abgesprochen: Ein neuer Menschentyp ist entstanden – der Mensch (der Arbeitslose, der Migrant, der Asylant, …) ohne Rechte.

Ich mahne an:

  1. Würde: Der Mensch hat keinen Preis, sondern Würde (I. Kant).
  2. Primat der Moral: Menschen entscheiden darüber, wie sie leben wollen – sie entscheiden aufgrund guter (schlüssiger und vollständiger) Argumente.
  3. Primat der Politik: Menschen entscheiden darüber, wie sie leben wollen – sie nehmen die politischen und wirtschaftlichen Mandatare und Protagonisten in die Pflicht.
  4. Primat der Bildung: Menschen entscheiden darüber, wie sie leben wollen – sie sprechen verständigungsorientiert und -fähig. Die zeitgeistige Vermittlung einer Inkompetenz-Kompensationskompetenz hingegen und die ebenso zeitgeistige McDonaldisierung von Bildung zersetzen analytische Intellektualität und kooperative Solidarität. Der Bildung und Wissenschaft muss das Proprium demokratischer Vergesellschaftung, ihnen muss die Praxis von Freiheit und Vernunft, mithin des Menschen Würde (die nämlich keinen Preis hat) eingeschrieben werden.
  5. Primat (über-)lebensfähiger Ökonomie: Menschen entscheiden darüber, wie sie leben wollen – sie widersetzen sich dem neoliberalen Kannibalismus der Real- und Finanzwirtschaft. Die neoliberalistisch-universelle Markt-, Gesellschafts- und Wohlstandsdoktrin untergräbt in all der Kahlheit ihrer versprochenen Segnungen die Möglichkeiten kooperativ-friedlichen gesellschaftlichen Zusammenlebens und Gestaltens. Sie untergräbt den Gesellschaftsvertrag – sie untergräbt jeden Gesellschaftsvertrag, die Basis humanen Lebens und Zusammenlebens.

Einst war die Ökonomie, einst waren die volkswirtschaftlichen Ausbildungsgänge tatsächlich universitär angelegt, sie waren Teil der Philosophie, sie mussten sich methodisch und inhaltlich umfassend rechtfertigen.

Mit Etablierung des Quantifizierungs- und Mathematisierungsaxiom erst in den Natur-, dann auch in den Sozialwissenschaften wurde diese Argumentations- und Rechtfertigungspflicht verwässert.

Seitdem abstrahieren die Wirtschaftslehren bzw. -wissenschaften von der ökonomischen und politischen Realität der Menschen. Sie sind daher methodisch außer Standes, diese Realität jemals modellieren, ihr gerecht werden zu können. Gleichwohl beharren diese Ökonomien darauf, über das menschliche Sein und Leben Aussagen zu machen. Tatsächlich aber leugnen sie es prinzipiell, sie sehen vom Sein und Leben der Menschen ab, indem sie in abstrakt-quantitativen Modellen künftige Glückseinheiten rechnen, künftigen Wohlstand kalkulieren, rosige Zeiten in Aussicht stellen. Zeiten, die dann jedoch nicht eintreten – zumindest nicht für die Mehrheit der Menschen, für die wachsende, für die immer zahlreicher werdende Mehrheit.

Lange konnte es noch so scheinen, als unterlägen nur die Länder jenseits der Wohlstandsgesellschaften den ökonomischen Fehlanalysen, -diagnostiken und -therapien. Nun aber (und nicht zuletzt durch die Menschenflucht aus diesen ökonomisch und politisch marginalisierten Jenseits-Zonen) ist es auch diesseits, ist es auch in den Wohlstandsgesellschaften unübersehbar geworden: Die Zahl der ökonomisch und politisch Marginalisierten wächst und es bleiben nur einige wenige übrig, die sich (zumindest vorerst) in die Siegerlisten eintragen können. Das Versprechen, durch Fleiß und Arbeit nicht mehr zu den Nächst-Letzten zählen zu müssen, die von den Hunden gebissen werden, ist als blinde und blind machende Verheißung, als Ausdruck der Verlogenheit durchschaut.

Die Letzten jener Welt und die Letzten der Wohlstandsgesellschaften werden momentan zynisch gegeneinander ausgespielt. Es verschlägt einem (fast) die Sprache. Gepaart mit Nationalismen, ist ein Glutofen entstanden, der zu explodieren droht – die Trumps, Orbans, Straches, Kickls und Scheuers dieser Welt zündeln. Sie sind getriebene Opfer und ignorant-gewissenslose Täter ihrer infantilen, ihrer narzisstischen Ansprüche, alle Welt täte recht daran und aller Welt wäre es geraten, ihnen Nährboden und Mutterbrust, in jedem Fall aber ihnen wohlgefällig zu sein.

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