Religionsunterricht

Diakonische Didaktik - Das Wort ist Fleisch geworden

Religionsunterricht 2019-02-20T17:40:34+00:00

Fachdidaktik

Christliches Leben und Sprechen situiert sich im schulischen Kontext als Orientierungs- und Entwicklungsgestalt gelingenden Lebens junger Menschen. In den Unterrichtsgegenstand ‚Katholische Religion‘ transformiert, ist dieses gelingende Leben kommunikativ verflüssigt: Christliche Identität wird einem komplexen Netz vielfältiger Determinanten und Herausforderungen eingelesen. Dieses Netz artikuliert sich auf verschiedenen Ebenen, etwa als institutionelle Determinanten formaler Schulorganisation und inhaltlicher Schulpraxis; als lernräumliche Determinanten verpflichtender Unterrichtsgegenstände und weltanschaulich diversifizierter Unterrichtsakteure; als schulamtliche Determinanten verpflichtender Fachexplikationen (‚Lehrpläne‘) und kirchlich-katechetischer Ambitionen; als schüler/innen-abhängige Determinanten erwarteten Nicht-Lernen-Müssens und beanspruchter weltanschaulicher Autarkie.

Die Praxis christlicher Identität ist sich dieser und ist sich der vielen anderen Determinationen schulischen Geschehens auch und gerade in deren Widersprüchlichkeit bewusst. Gleichwohl werden sie von christlicher Identität zu Konstituenten eigener Selbstgewahrung erhoben, sie werden zu Konstituenten christlicher Identität überführt. Darin natürlich ist es Grundgestalt solch schulisch gegenwärtigter christlichen Identität, diese Determinanten nicht einfachhin in ihrer Tatsächlichkeit zu übernehmen. Sie werden nicht unvermittelt normativ perpetuiert, sondern sowohl auf der Ebene realen Erfahrungsgeschehens als auch auf der Ebene normativ-geistiger Selbstkonstitution  integriert. Eine Integrationsleistung („Das Wort ist Fleisch geworden“), die die christliche Identität hier, im schulischen Kontext, gleich wie in jedem anderen Lebensbereich zu einer wesentlich dialektischen Identität macht. Darin zudem erkennt sie an, dass nicht nur solch christliche, sondern dass überhaupt jede humane Identität dialektisch ist und sein muss: Sie ist, so die Sprache der philosophischen und theologischen Tradition, eigentlich geistige und darin inkarnierte Identität. Und da bzw. insofern sich eine solche auch und gerade im und als sprachgebundenen Verstehen ereignet, ist jede und ist auch christliche Identität hermeneutische Identität.

Die Kontextualisierung und Entfaltung dieser Binnenstruktur christlicher Inkarnationsidentität und Hermeneutik ist das fachdidaktische Proprium des Religionsunterrichts.

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Lehrplan

Mit www.christophthoma.eu/ werden für das Unterrichtsgeschehen im Pflichtfach ‚Katholische Religion‘ Unterrichtsmaterialen entlang der lehrplanmäßig ausgewiesen Ziele zugänglich gemacht.

Dem Unterrichtsgeschehen im Pflichtfach ‚Katholische Religion‘ ist der „Lehrplan für den katholischen Religionsunterricht an berufsbildenden höheren Schulen“ handlungsleitend vorgeordnet. Noch ungesehen der in ihm vorgelegten inhaltlichen Bestimmungen in den Bereichen ‚Didaktik‘, ‚Ziele‘ und ‚Themenbereiche‘ muss jedoch dessen prädikatorenlogische Inkonsistenz bemängelt werden. Diese steht besagter handlungsleitender Umsetzung im Wege: Einer widersprüchlichen Handlungsanweisung kann selbst und gerade bei bestem Wissen und Wollen nicht gefolgt werden. Wohlgemerkt: Angemerkt ist hier ein Hindernis, das auf der Ebene der elementaren Prädikatorenregeln der betreffenden Lehrpläne besteht. Noch nicht ist damit schon etwas zur Wahrheit und Überzeugungsfähigkeit einzelner lehrplanlich verankerter Thesen und Behauptungen gesagt. Insofern die im Lehrplan manifestierte sprachliche Mitteilungspraxis den prädikatorenlogischen Konsistenz- und Kohärenzregeln nicht entspricht, sind die Möglichkeitsbedingungen überzeugungsfähiger handlungsleitender Veritabilität untergraben.

Die Adressaten des Lehrplans, also die Religionslehrer/innen,  sind damit schon aufgrund dessen formaler Defizite aufgefordert, das zu tun, was ihnen auf inhaltlicher Ebene immer schon selbstverständlich ist: Sie müssen ihr Unterrichtshandeln in Formulierung und Einhaltung fachdidaktischer Expertise selbstverantwortet  gestalten.

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Unterrichtsmaterialien

Liebe Schüler/innen und Studenten/innen,

euch ein besonders herzliches Willkommen. Die angeführten Unterrichtsmaterialien könnt ihr nach eurem persönlichen Belieben, natürlich aber auch entsprechend der Anweisungen und Vorschläge eures Religionslehrers / eurer Religionslehrerin nutzen.

Ihr findet hier kompetenzorientierte Materialien und Arbeitsaufträge gemäß dem gelten Lehrplan zum Religionsunterricht. Sie werden euch als Arbeits- oder Kompetenzblätter angeboten.

Zur unterschiedlichen Ausrichtung und Handhabung der ‚Arbeitsblätter’ gegenüber den ‚Kompetenzblättern‘: Die als Arbeitsblätter vorgelegten Texte sollen euch, liebe SchülerInnen, über das je gegenständliche Thema informieren, vor allem aber sollt ihr durch die Arbeit mit ihnen zur Formulierung einer eigenen Meinung, gegebenenfalls auch zur Prüfung und Revision eurer bisherigen Meinungen herausgefordert werden. Alles, was ihr in den Arbeitsblättern lesen könnt, beansprucht nicht, schon als solches zustimmungsfähig zu sein, von euch mithin als wahr akzeptiert zu werden.

Anders verhält es sich bei den Kompetenzblättern. Sie beanspruchen, für den vernünftigen, nämlich (a) methodisch und (b) sachkundig argumentierenden Menschen zustimmungsfähig und -pflichtig zu sein. Ein Anspruch, der natürlich – und hiervon lebt ja geradezu der Fortschritt, lebt die Entwicklungn in jedem Wissensbereich – bestritten und revidiert und dem Widersprechendes entgegengestellt werden kann. Was aber seinerseits nur möglich ist, wenn besagter Anspruch auf Wahrheit und Zustimmung zuvor erhoben worden ist.

Über diese Funktion im Prozess dialektischer Wissens- und eben Kompetenzmaximierung hinaus dienen die Kompetenzblätter auch zur Prüfungsvorbeitung im Rahmen von Maturaprüfungen.

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