So ein herrlicher Tag

So ein herrlicher Tag

Bildergebnis für sophie schollHeute vor 76 Jahren wurden Sophie Scholl, ihr Bruder Hans und Christoph Probst in München hingerichtet, zuvor vom Nazirichter Roland Freisler verurteilt, unter anderem wegen ‚landesverräterischer Feindbegünstigung‘ und ‚Vorbereitung zum Hochverrat‘.

Was hatten sie getan?

Protestiert hatten sie, protestiert: „Nichts ist eines Kulturvolkes unwürdiger, als sich ohne Widerstand von einer verantwortungslosen und dunklen Trieben ergebenen Herrscherclique ‚regieren‘ zu lassen.“ Flugblatt I, Sommer 1942

Unterrichtet hatten sie, unterrichtet: „Der Staat selbst ist niemals Zweck, er ist nur wichtig als eine Bedingung, unter welcher der Zweck der Menschheit erfüllt werden kann, und dieser Zweck der Menschheit ist kein anderer, als Ausbildung aller Kräfte des Menschen, Fortschreitung. Hindert eine Staatsverfassung, dass alle Kräfte, die im Menschen liegen, sich entwickeln; hindert sie die Fortschreitung des Geistes, so ist sie verwerflich und schädlich, sie mag übrigens noch so durchdacht und in ihrer Art noch so vollkommen sein. Ihre Dauerhaftigkeit selbst gereicht ihr alsdann viel mehr zum Vorwurf als zum Ruhme – sie ist dann nur ein verlängertes Übel; je länger sie Bestand hat, um so schädlicher ist sie.“ (F. Schiller, Die Gesetzgebung des Lykurgus und Solon). Flugblatt I, Sommer 1942.

Moralisch gemahnt hatten sie, moralisch gemahnt: „Ein jeder will sich von einer solchen Mitschuld freisprechen, ein jeder tut es und schläft dann wieder mit ruhigstem, bestem Gewissen. Aber er kann sich nicht freisprechen, ein jeder ist schuldig, schuldig, schuldig!“ Flugblatt II, Sommer 1942.

Aufgefordert zu lernen hatten sie, aufgefordert zu lernen: „Es ist eine alte Weisheit, die man Kindern immer wieder aufs Neue predigt, dass, wer nicht hören will, fühlen muss. Ein kluges Kind wird sich aber die Finger nur einmal am heißen Ofen verbrennen.“ Flugblatt II, Sommer 1942.

Sophie Scholl, am Tag ihrer Hinrichtung mit dem Fallbeil, München: „So ein herrlicher Tag, und ich soll gehen. Aber was liegt an unserem Leben, wenn wir es damit schaffen, tausende Menschen aufzurütteln und wachzurütteln.“

Von | 2019-02-22T16:34:03+00:00 22. Februar 2019|Kategorien: Allgemein, Kultur, Politik|Tags: , |0 Kommentare

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